Roter Turm Weinheim Vermessung

Weinheim. Der Rote Turm hat seit dem 14. Jahrhundert schon einiges erlebt. Gestern aber umschwirrte ihn zum ersten Mal eine Kameradrohne. Der Grund: Die Stadt Weinheim hatte das Vermessungsbüro Buchholz mit einem genauen, grundlegenden Aufmaß beauftragt, das mit diesem Verfahren einfacher realisiert wurde, als wenn man den Turm eingerüstet hätte. Bauforscher Achim Wendt aus Heiligkreuz begleitete die Vermessung.

Von unserem Redaktionsmitglied Jürgen Drawitsch

Wo Manfred und Dieter Buchholz hinkommen, sorgen sie für Aufsehen. Vor einigen Jahren schaffte sich das Koblenzer Vermessungsbüro für 7000 Euro die elektronisch steuerbare Drohne an. Das mit acht Propellern ausgestattete Flugobjekt wurde gestern Morgen mit Akku und einer kleinen Kamera bestückt und schließlich von Dieter Buchholz gestartet. Es summte wie ein überdimensionaler Maikäfer. Durch eine Spezialbrille sah der Drohnenpilot durch den Sucher des Fotoapparats, der auf dem Flug rund um den Turm bis zu 1000 Bilder schoss. Sie werden in ein spezielles Programm eingespeist und vom Computer ausgewertet.
"Dadurch erhalten wir exakte, zentimetergenaue Angaben über die Maße des Turms", sagte Buchholz. Genaue Daten ermöglichen es schließlich Achim Wendt, "steingerechte" Pläne anzufertigen. Wer nämlich dem Roten Turm zeichnerisch gerecht werden will, erreicht dies nicht durch einen geraden Strich. "Der Turm ist gewissermaßen verformt. Zum Beispiel ist er unterhalb der Spitze an unterschiedlichen Stellen etwas eingezogen", erklärte Wendt und deutete auf einige dieser Stellen. Auch mehrere Mitglieder des Unterstützerkreises, der sich seit Jahren ehrenamtlich in Absprache mit der Stadt Weinheim um Sanierungsarbeiten am Turm kümmert, verfolgten gestern den Vermessungsflug.
Die "Turmpaten" freuen sich, ebenso wie Christian Szillinsky vom Amt für Immobilienwirtschaft, noch aus einem weiteren Grund auf genaue, verlässliche Daten, die in ein paar Tagen zur Verfügung stehen sollen. Vielleicht können sie noch in ein Buch einfließen, das unter dem Titel "Weinheimer Wahrzeichen Roter Turm" Anfang September vorgestellt werden soll - am besten zusammen mit einem neuen Hinweisschild, das neben der Eingangstür angebracht wird. Die Bürgerstiftung Weinheim unterstützt diese Aktivitäten.

Ein Buch der "Turmpaten"

Der Unterstützerkreis des Roten Turms hat in der Vergangenheit, wie berichtet, im Inneren des alten Gemäuers den Treppenhandlauf erneuert, einige neue Fensterrahmen eingepasst, Böden eingezogen und vor allem bei Grabungen zum Freilegen des alten Verlieses einiges ans Tageslicht befördert, das Rückschlüsse auf die Geschichte des Roten Turms zulässt. Das nun entstehende Buch wird die verschiedenen historischen Puzzleteile und Details des Weinheimer Wahrzeichens präsentieren und zusammenfassen.
Der Flug der Kameradrohne diente gestern der genauen Dokumentation und der Bauforschung. Nicht auszuschließen, dass mit diesem Verfahren künftig auch an anderen alten Gebäuden und denkmalgeschützten Anlagen Vermessungen vorgenommen werden. Dann könnte es wieder unverhoffterweise über Mauern, Türmen oder Dächern summen.

Quelle: Weinheimer Nachrichten
Artikel vom: 14.03.2015

Vermessungsbüro Buchholz Luftbildvermessung
Vermessungsbüro Buchholz Fassadenvermessung
Vermessungsbüro Buchholz Photogrammetrie

Im Rahmen des Zyklus „Geodätisches Kolloquium an der Hochschule Mainz“, einer gemeinsamen Veranstaltung der Lehreinheit Geoinformatik und Vermessung und der Berufsverbände VDV und DVW, referierten am 11.12.2014 die Brüder Manfred und Dieter Buchholz vom Vermessungsbüro Buchholz in Koblenz und Halle (Westfalen) vor fachkundigem Publikum über das Thema "Terrestrische Photogrammetrie mit Praxisbeispielen".

Nach einem kurzen Rückblick zu der Entstehungsgeschichte des Büros mit seinen sechs Mitarbeitern, kamen die Referenten auf das Thema des Abends, die Terrestrische Photogrammetrie zu sprechen.

Die terrestrische Photogrammetrie sei, so Manfred Buchholz, sehr vom digitalen Wandel geprägt. So sind heute aufgrund der hohen Rechnerleistungen Auswertemethoden möglich, die vor einigen Jahren noch nicht denkbar waren.

UAV Drohne Oktokopter

Mit der Drohne in der Eremitage
 Bretzenheim / Nahe

Teleskopstativ - Höhe bis 18 Meter

Stabstativ Hochbildfotografie Teleskopstativ

Für Kippungs- und Setzungsmessungen oder zur Erfassung und Dokumentation von Baudenkmälern arbeiten die Brüder vorzugsweise mit dem sogenannten „structure from motion“ - Verfahren (SFM).

Das SFM-Verfahren beschreibt den Prozess der 3D-Oberflächenberechnung mit 2D- Bildinformationen aus unterschiedlichen Perspektiven. Hierfür wird lediglich eine Vielzahl sich überlappender digitaler Fotos einer handelsüblichen Kamera benötigt. Aus der Menge der sich ähnelnden Merkmale in den verschiedenen Bildern kann schließlich über diverse photogrammetrische Algorithmen auf die 3D-Information eines Objektes geschlossen werden.

Dies führten die Referenten anhand zweier Beispiele anschaulich vor, etwa anhand der 3D-Erfassung und Modellierung des Restaurantschiffes „Pieter van Amstel“, einem Dreimaster, der in Mainz-Kastel vor Anker liegt. Im Vergleich zu anderen 3D-generierenden Verfahren, wie etwa dem Laserscanning, besteche das SFM-Verfahren durch seine günstigen Anschaffungskosten, so Dieter Buchholz.

Für Arbeiten an großräumigen oder hohen Objekten setzt das Unternehmen auf eine Drohne mit daran befestigter Kamera. Bei ungünstiger Witterung, etwa starkem Wind, steht alternativ ein bis auf 18 Meter ausziehbares Teleskopstativ zur Verfügung.

Die in Fach- und Verbandskreisen geschätzte Veranstaltung war sehr gut besucht. Auch Studierende aller Semester waren zahlreich vertreten und nutzten beim anschließenden Umtrunk die Möglichkeit zur regen Diskussion mit den Gästen.

12.12.14   Geodätisches Kolloquium über Terrestrische Photogrammetrie an der FH Mainz
 



Das Phantheon in Rom  -  eine nicht alltägliche Vermessung

Mitte August 2015 bot sich für unser Büro die wohl einmalige Gelegenheit an der Erforschung eines der ältesten Bauwerke Roms mitzuwirken. In Zusammenarbeit mit der Universität Köln sollte ein vorhandener Laserscan des gesamten Bauwerks im Bereich der Vorhalle verdichtet werden. Dadurch sollte geklärt werden, wie das mittlerweile durch eine Holzkonstruktion ersetzte historische Bronzedach auf den Säulen gelagert war.

Wegen starken Publikumsverkehr konnte nur vor Öffnung der Tore um 9:30 Uhr gearbeitet werden. Ausserdem wurde uns innerhalb des historischen Gebäudes nur die Nutzung unseres Stabstativs erlaubt, eine Befliegung mittels Drohne oder ähnlichem wurde durch die genehmigenden Behörden untersagt.

Als grenzwertig stellte sich die Höhe von 18 Metern dar, in der die Fotos anzufertigen waren. Zusätzlich musste eine Lichtquelle auf die Höhe gebracht werden, da die Lichtverhältnisse unter der Dachkonstruktion alles andere als ideal waren. Deswegen waren wir gezwungen eine leichtere Systemkamera auf das Stativ zu integrieren damit noch Platz und Gewicht für ein größeres LED-Panel möglich wurde. Damit änderte sich aber auch die Bildübertragung für das livebild sowie die Auslöseelektronik für die Kamera.

Zusammenfassend hat es dann doch trotz dieser technischen Hindernisse hervorragend funktioniert, die in den zwei Tagen erzeugten 1000 Bilder werden zur Zeit photogrammetrisch ausgewertet und die beteiligten Archäologen waren von der Bildqualität begeistert. 

Vermessungsbüro Buchholz Vermessung Pantheon
Vermessungsbüro Buchholz Vermessung Pantheon

Vorhalle des Pantheon

Dachkonstruktion oberhalb der Säulen

Vermessungsbüro Buchholz Vermessung Pantheon
Vermessungsbüro Buchholz Vermessung Pantheon

Aufnahmeanordnung, Höhe 18 Meter

Vermessungsbüro Buchholz Vermessung Pantheon
Vermessungsbüro Buchholz Vermessung Pantheon
Vermessungsbüro Buchholz Vermessung Pantheon

Detailfotos

Das
 “etwas andere“
Gruppenbild


Das Surren erinnert an einen Rasenmäher – mit dem Unterschied, dass ein Rasenmäher nicht in luftiger Höhe an der Dietkircher Lubentiusbasilika vorbeifliegt. Tatsächlich ist es eine Flugdrohne, die um den imposanten Lahnfelsen herum unterwegs ist.

Gesteuert wird sie von Dieter Buchholz vom Vermessungsbüro Buchholz. Mit der Fernsteuerung in der Hand steht er unten am ehemaligen Leinpfad, während sich die Drohne langsam nach oben schraubt. „Die Kirchengemeinde hat uns beauftragt, einen Grundriss sowie diverse (Quer-)Schnitte der gesamten Kirche von innen und außen anzufertigen“, erzählt Buchholz, während sein Bruder Manfred oben auf dem Dach der Basilika herumklettert. Zusammen mit einem Mitarbeiter kümmert er sich um die Innenvermessung der Kirche. „Das passiert innen mit einem 3D-Laser, draußen mit Hilfe der an der Drohne montierten Kamera“, erläutert der „Pilot“ den Unterschied.
 

Rund 5000 Fotos

Seit etwa vier Jahren nutzt das Büro die Drohnen auch für Vermessungen, privat hatte Buchholz schon vorher einen Narren an der Technik gefressen. „Der technische Fortschritt ist beachtlich. So ist die Drohne GPS-gesteuert und wenn ich mal nicht steuere, hält sie exakt dieselbe Position.“ Trotzdem ging er vorab die Nachbarschaft ab, um die Anwohner über den Drohneneinsatz zu informieren. „Wir haben eine allgemeingültige Fluggenehmigung, die auch für mehrere Länder gilt. Verboten ist allerdings der Flug über Menschenmengen.“ Damit ist an der Lubentiusbasilika in diesen Tagen eher weniger zu rechnen. „Dennoch sollte bei Messflügen auch das Ordnungsamt informiert werden, denn bei einem Drohnenflug mitten im Dorf stehen bei ihnen die Telefone nicht still“, erklärt die Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Darmstadt, Nicole Ohly-Müller. Das RP erteilt für den Raum Limburg die allgemeine Aufstiegserlaubnis.

Rund 5000 Fotos der Kirche wird die Drohnenkamera nach Abschluss der Flüge geschossen haben, schätzt der Profi. Daraus erstellt der Computer dann ein exaktes 3-D-Modell der Kirche. Eine Aufgabe, die nicht nur sehr viel Rechenpower bindet, sondern auch ein gehöriges Maß an Arbeitszeit in Anspruch nimmt: „Denn auf jeden Arbeitstag draußen kommen etwa fünf bis zehn Tage im Büro hinzu.“ Damit die Koordinaten des Modells auch zu 100 Prozent der Wirklichkeit entsprechen, wurden innen und außen verschiedene Messpunkte eingerichtet. „Die werden mit Papiermarkierungen gekennzeichnet, die von der Software automatisch erkannt und zugeordnet werden.“
Das Anbringen der Messpunkte entpuppt sich als der Arbeitsschritt, bei dem am Lubentiusfelsen Luftfahrt, Computertechnik und Bergsteigerei aufeinandertreffen. „Da seilt man sich bei Bedarf auch mal ab. Je nach Lage müssen wir außerdem die Vegetation wegschneiden, Glücklicherweise ist der Kollege ausgebildeter Bergsteiger“, erklärt Buchholz mit Blick auf den Felsen. Das schweißtreibende Zurückschneiden von Grün bleibt den Messtechnikern diesmal erspart. Die Arbeit hat offensichtlich schon jemand anders kürzlich erledigt.
Die Hitze fordert trotzdem ihren Tribut: Nicht nur sorgt das Hinaufklettern aufs Dach für Schweißströme, sondern auch die Technik hat mit der Hitze zu kämpfen. „Ich musste die Abdeckung von den Motoren entfernen, denn unter dem Plastik staut sich die Hitze. Aber selbst beim Ausfall eines Motors würde die Drohne stabil weiterfliegen.“
Was ist nun aber das Ziel der sicher nicht ganz billigen Vermessungsaktion? „Auf die neuen Daten können Handwerker bei Renovierungsarbeiten zurückgreifen. Denn die bereits existierenden Pläne sind wohl schon etwas älter“, erläutert Dieter Buchholz den Hintergrund der Aktion. So neigt die Dokumentation bei historischen Gebäuden tendenziell dazu, lückenhaft zu sein – mal kam was Neues hinzu, Altes wiederum wurde ohne viel Federlesen abgerissen.

„Bei uns liegt lediglich die Dokumentation des Flurststücks mit einem groben Grundriss des Gebäudes vor. Für Restaurationen wäre das jetzt weniger geeignet“, sagt dann auch Dominik Orelly, Pressesprecher des Amts für Bodenmanagement Limburg.

Drohne vermisst Basilika

Von JOHANNES KOENIG
(Entnommen aus der Zeitung Nassauische Neue Presse)



Was fliegt denn da? Die Dietkircher Lubentiusbasilika wird gerade mit Hilfe einer Flugdrohne sowie moderner Lasertechnik vermessen. Die so ermittelten Grundrisse und Schnitte erleichtern zukünftige Sanierungsarbeiten erheblich.

Lubentius-Drohne
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Ein Film sagt mehr als tausend Worte, schauen sie sich unseren Imagefilm mit mehreren Projekten der letzten Jahre an:


Projekte als 3D-Ansichten:

eine neue Möglichkeit der Präsentation unserer/ihrer Projekte im web


 

 

 

 

 

 

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